Sonntag, 2. März 2014

Autoreninterview mit Mara Andeck

Hallo Leute^^ Ich durfte vor kurzem per E-Mail ein Interview mit Mara Andeck führen, und das will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Ich habe mich unglaublich über die Gelegenheit und auch die interessanten Antworten gefreut, und ich kann euch schonmal verraten: Sie sind wirklich lesenswert! Falls ihr die Autorin noch nicht kennt, solltet ihr das unbedingt ändern, denn sie ist nicht nur echt sympathisch, sondern von ihr stammt auch unter anderem die Lilia und Tom-Reihe, die einfach nur super ist! (*Hier* findet ihr eine Rezension dazu von mir.)



1. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? Und wie hat sich Ihre Leidenschaft für Bücher entwickelt?

Vor dieser Frage fürchte ich mich immer ein bisschen, weil ich sie nicht beantworten kann. Ich würde da gern umgekehrt fragen: Gibt es wirklich Leute ohne Leidenschaft für Bücher? Und welche, die nicht schreiben?
Bild: Olivier Favre
Ich fand das Schreiben immer spannend und habe mich deswegen für den Beruf der Journalistin entschieden. Als Freiberuflerin hatte ich zwischen zwei Aufträgen immer mal wieder Pausen und habe sie für eigene Texte genutzt. Ich habe ab und zu bei Wettbewerben mitgemacht und sogar zwei Mal etwas gewonnen. Und dann war da eines Tages die Idee für Lilias Tagebuch. Ich konnte eine Literaturagentur dafür begeistern, die dann ganz schnell einen Verlag für das Buch gefunden hat.  

2. Haben Sie einen Lieblingsautoren oder ein Lieblingsbuch? Welche Genres lesen Sie am liebsten?

Einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch habe ich nicht. Alle Bücher, die ich mag, stelle ich in das mittlere Regal in meinem Arbeitszimmer. Es ist raumhoch und die Bücher stehen inzwischen schon in zwei Reihen. Wenn ich jetzt hinüberblicke, sehe ich: Märchenbücher. Kinderbücher. Jugendbücher. Viele Biographien. Sachbücher. Hundebücher. Viele dicke Romane, auch historische. Lustige Bücher.  Kaum Fantasy.

3. Wie sieht Ihr Schreiballtag aus? Haben Sie irgendwelche Rituale/Angewohnheiten, während Sie schreiben?

Mein Hund liegt immer unterm Schreibtisch und wärmt mir die Füße. Und ich trinke gern Kaffee in den Arbeitspausen.

 4. Wo nehmen Sie die Ideen für Ihre Bücher her? Denken Sie sich alles selber aus oder gehört dazu auch Recherche etc.?

Ich recherchiere viel und gern! Meistens steht am Anfang eine Frage. Das ist die Sorte Fragen, die sich jeder im Alltag manchmal stellt. Warum sind im Tierreich die Männchen bunter als die Weibchen und bei den Menschen ist es umgekehrt? Warum heißt es Badminton und nicht Goodminton? Warum haben Spinnen Haare an den Beinen? Solche Fragen eben. Dann recherchiere ich das alles nach und manchmal ergibt sich daraus eine Geschichte. Irgendwann habe ich mich zum Beispiel gefragt: Was ändert sich eigentlich, wenn man sechzehn wird. Wie ist da die Rechtslage? Und daraus wurde dann das erste Kapitel für Lilias Tagebuch.

5. Lesen Sie die Rezensionen zu Ihren Büchern? Wenn ja, wie fühlt es sich an, eine positive Rezension zu lesen, und wie geht es Ihnen bei einer negativen?

Ja, ich lese Rezensionen. Der Verlag schickt mir regelmäßig Buchbesprechungen zu und im Internet finde ich auch manchmal welche. Anfangs war es schon ein seltsames Gefühl, sie zu lesen. Wenn man ein Buch schreibt, sinnt man ja ganz allein im stillen Kämmerlein vor sich hin und der Text gehört niemandem sonst. Wenn das Buch dann aber gedruckt ist, entwickelt es ein Eigenleben und man wird damit konfrontiert, wie andere es finden. Ich habe dann aber gemerkt, dass es bei Büchern wie bei echten Menschen ist: Keiner wird von jedem gemocht, alles ist Geschmacksache, man muss das nicht persönlich nehmen. Wenn ich inzwischen Rezensionen lese, stelle ich mir die Schreiberinnen oder Schreiber vor. Oft erfahre ich aus den Texten indirekt viel über sie und das ist spannend. Mit manchen würde ich gern mal einen Kaffee trinken, mit anderen eher nicht. Das hängt aber weniger davon ab, wie die Rezensenten mein Buch finden, sondern eher von ihrem Schreibstil und ihren Argumenten.

6. Aus Ihrer Feder stammt ja die beliebte Lilia und Tom-Reihe. Wie würden sie die Handlung selbst in wenigen Sätzen beschreiben?

Wenige Sätze für drei Bände? Oh, das ist schwer. Okay, ich versuch´s: Die Bücher handeln von einem sechzehnjährigen Mädchen, das glaubt, das Leben und die Liebe würden nach Regeln funktionieren, die man erforschen und durchschauen kann. Sie lernt im Laufe der Geschichte, dass Leben und Lieben am meisten Spaß machen, wenn man ohne Netz und doppelten Boden einfach loslegt.   

7. Erst kürzlich ist ja auch der letzte Teil der Reihe erschienen? War es schwer, sich sozusagen von den Büchern zu verabschieden, von den Charakteren und von der Handlung?

Als Autorin habe ich den Vorteil, dass ich mich von meinen Figuren nicht verabschieden muss. Sie leben ja in meinen Gedanken, ich kann sie jederzeit „besuchen“, wenn ich das will. Und speziell bei Lilia und Tom hatte ich am Schluss des dritten Bandes wirklich das Gefühl, dass die beiden jetzt ein bisschen Privatleben brauchen.  

8. Haben Sie innerhalb Ihrer eigenen Bücher auch einen Lieblingscharakter oder jemanden, den Sie selbst gar nicht mögen?

Mein Herz schlägt ganz besonders für die beiden Schwestern Lilia und Rosalie. Und für Tom. Und für Florian. Den Schulleiter Herrn Dr. Makel mit seinen Tortellini-Ohren, der im dritten Band vorkommt, den finde ich ganz grässlich. Er ist aber erfunden, ihr müsst jetzt also nicht alle die Ohren eurer Schulleiter kontrollieren, um mein reales Vorbild für ihn zu entdecken.  


9. Haben Sie schon neue Ideen oder schreiben Sie vielleicht schon an einem neuen Buch?

Ja, ich habe schon mit einem neuen Buch angefangen. Das wird etwas ganz anderes als Lilias Tagebuch. Mehr kann ich leider noch nicht verraten.   

10. Wie haben Sie sich dazu entschieden, ausgerechnet Jugendbücher zu schreiben?

Dazu habe ich mich nicht bewusst entschieden, das hat sich einfach so ergeben. Zuerst habe ich immer eine Idee, das kann eine Geschichte sein, die ich erzählen will, oder ein Gefühl, das ich gern in Worte fassen würde. Und erst in zweiter Linie frage ich mich dann, wen das interessieren könnte. Weil Lilia sechzehn Jahre alt ist, wurde daraus ein Jugendbuch. Ich schreibe aber nicht nur Jugendbücher. Mein etwas schräges Sachbuch „Hundherum glücklich“ zum Beispiel wendet sich an Hundefans jeden Alters. 


An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die Autorin für ihre Zeit und ihre Antworten! Wenn ihr mehr erfahren wollt, schaut doch mal auf *Mara Andecks Homepage* vorbei.

Kommentare:

  1. Hallöchen,

    Super Interview! ;) Hoffe es werden viele weitere Interviews noch folgen auf deinem Blog x3

    LG Baka Monkey

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    1. Hi^^ Hoffe, ich auch, jetzt müssen nur noch die Autoren mitmachen:)
      LG
      Julia

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  2. Huhu,

    die Bücher sind soooo... toll! Meine Tochter und ich lieben sie und auch das Interview ist total interessant.
    Vielen Dank dafür! ♥

    Ganz lieben Gruß,

    Dinni ☺

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    1. Ich finde die Bücher auch soo toll! Und ich find auch, dass die Antworten echt interessant sind, ich war so froh, Fragen stellen zu dürfen:)
      LG
      Julia

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