Sonntag, 28. Februar 2016

[RealTalk] Rezensionen - Wichtig oder überflüssig?

Hallo ihr Lieben!^.^ Heute soll es mal um Rezensionen gehen und darum, ob sie wirklich gebraucht werden. Rezensionen sind wahrscheinlich das Material, dass die Buchblogs zum größten Teil füllt, da muss man sich ja auch mal nach dem Nutzen fragen - tue ich zumindest manchmal.
Vorab muss ich sagen, dass ich glaube, dass die Frage nach dem Nutzen von Rezensionen absolut nicht allgemein beantwortet werden kann. Wenn ich jetzt sage, dass ich Rezensionen überlebenswichtig finde (nur ein Beispiel!), dann wird es auf jeden Fall vorkommen, dass viele von euch eine komplett andere Meinung haben, und das ist ja auch gut so! Wie langweilig, wenn immer jeder dasselbe denken würde! Deswegen erkläre ich heute nur, wie ich persönlich zu Rezensionen stehe und welchen Eindruck ich davon habe, wie sie allgemein ankommen.

Ich habe eine eher geteilte Meinung zu Rezensionen. Denn einerseits ist es wirklich gut, dass sie da sind. Ich verschaffe mir sehr gerne einen Überblick darüber, wie Bücher insgesamt ankommen, und lasse mich davon auch sehr schnell mal beeinflussen. Wenn ein Buch überwiegend schlechte Bewertungen bekommt, dann lasse ich auch lieber die Finger davon. Andererseits hab ich auch ganz schnell riesige Lust darauf, ein Buch zu lesen, wenn ich die ein oder andere begeisterte Meinung dazu sehe. 
 
Ob diese Beeinflussung mir nun auch gefällt oder nicht ist ein anderes Thema, aber ich kann es ja mal kurz fassen: Nein! Oder eher größtenteils nein. Ich liebe es einfach, ein Buch anzufangen und noch gar keine Erwartungen zu haben, durch diese Beeinflussung habe ich schon ein Bild davon, ob mir das Buch gefallen "sollte" oder nicht. Auf der anderen Seite ist es ganz gut, dass so ein Überblick manchmal wirklich ganz verlässlich ist. So manch ein gutes Buch habe ich nur für mich entdeckt, weil ich Gutes darüber auf Blogs gelesen habe.
Quelle: tumblr
Nun ist es bei mir in Bezug auf Rezensionen so, dass ich unheimlich selten komplette Rezensionen lese. Wirklich sehr selten! Und wenn ich es dann doch mache, dann eigentlich nur bei Rezensionen zu Büchern, die ich schon gelesen habe. Denn ob gewollt oder nicht, Rezensionen verraten einem eine ganze Menge über eine Geschichte, und das noch nicht mal unbedingt in der Form von "klassischen" Spoilern. Die Frage ist doch: Will ich schon vorher wissen, ob die Charaktere sympathisch sind, ob der Schreibstil packend ist oder die Liebesgeschichte ergreifend? Oder will ich mir nicht lieber selber ein Bild davon machen? Wenn ich ein Buch allerdings schon gelesen und mir meine eigene Meinung schon gebildet habe, dann ist es für mich auch mal ganz cool, eine Rezension dazu zu lesen, denn ich verstehe, wovon der Rezensent da schreibt und gucke mir manchmal gerne an, inwieweit meine Meinung sich mit der von anderen deckt. 
 
Obwohl ich Rezensionen nicht oft lese, klicke ich sie sehr oft an, und warum? Ganz ehrlich: Ich scrolle direkt runter zum Fazit und zu der Punktebewertung. Genau das gucke ich mir bei den meisten Rezensionen an, und ich glaube sogar, dass ich da bei Weitem nicht die Einzige bin. 
Quelle: goodreads
In den letzten paar Jahren, in denen ich hier auf diesem Blog rezensiert habe, ist mir eines sehr deutlich aufgefallen: Rezensionen sind die Posts, die mit am wenigsten angeklickt und vor allem kommentiert werden. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht nur auf meinem Blog so ist:D Allein schon das führt mich dazu zu glauben, dass ich nicht die Einzige bin, die nicht so begeistert von Rezensionen ist, oder sagen wir es mal anders: Ich bin nicht die Einzige, die bei Blogs eher anderen Content vorzieht.

Jetzt war die Ausgangsfrage ja, ob man Rezensionen wirklich braucht, und meine Argumentation klingt wahrscheinlich ziemlich nach nein. Eigentlich würde ich die Frage aber durchaus mit ja beantworten. Guuut, dann erkläre ich diese verwirrende Wendung auch mal:D

Ich lese die meisten Rezensionen nicht komplett oder einfach gar nicht, aber stört es mich, dass jeder Blog davon überflutet ist? Nein, auf keinen Fall! Wieso auch, ich muss die Rezensionen ja nicht lesen. Wenn ich doch mal das Bedürfnis habe, ist es gut, dass sie da sind. Wie schon gesagt, sie geben mir einen Eindruck davon, was ich erwarten kann, und dieser Eindruck ist von mir nicht immer erwünscht, aber wenn ich vorher nichts von einer Geschichte wissen will, dann klicke ich auch nicht auf die Rezensionen. Außerdem haben Rezensionen den praktischen Nebeneffekt, dass sie mich darüber informieren, welche Bücher so überhaupt existieren:D

Manchmal stelle ich mir für mich selbst die Frage, ob es Sinn macht, dass ich Rezensionen schreibe, wenn kaum jemand die liest. Und für mich persönlich kann ich dazu auch nur sagen, dass es Sinn macht. Natürlich freue ich mich, wenn meine Rezensionen von interessierten Leuten gelesen werden, aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich sie schreibe. Für mich sind sie auch ein Ventil, um einfach mal alle Gedanken rauszulassen, die in meinem Kopf über ein Buch rumschwirren. Und wenn man es runterbricht, sind Rezensionen nicht der eigentliche Grund, warum Buchblogger eben bloggen? Weil sie sich konkret über die Geschichten austauschen wollen, die sie gelesen haben?

Ich weiß schon, dieser Post war sehr wirr und irgendwie unstrukturiert, aber ich habe es ernsthaft nicht geschafft, meine Meinung zu diesem Thema gerade anders darzulegen:D Deshalb fasse ich es mal in einem Satz zusammen: Ich lese nur selten Rezensionen und brauche sie auch nicht, um mich für ein Buch zu entscheiden, aber es ist gut dass sie da sind und man so seine Meinungen über Bücher austauschen kann. Joah, so schnell kann man's auch sagen:D

Lest ihr gerne komplette Rezensionen?^.^ Und lasst ihr euch auch so leicht davon beeinflussen?

Kommentare:

  1. Hey,
    mir gehts da total ähnlich wie dir! Ich lese selten mal ganze Rezensionen, meistens lese ich den Anfang, um zu schauen, worum es in dem Buch geht, und dann das Ende mit der Bewertung. Ich mag nicht schon "alles" wissen, wenn ich das Buch selbst noch lesen möchte! Wenn ich ein Buch schon gelesen habe, dann lese ich auch mal die ganze Rezension. Allerdings klicke ich Rezi-Posts schon gerne an, zumindest wenn mich das Buch aufgrund des Titels/Covers interessieren könnte. Wenn ich eh schon weiß, dass es nicht mein Genre oder so ist, dann klicke ich gar nicht erst.

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Hi:)
      Ja ganz genau, man will das Buch ja selbst noch lesen, da will man doch nicht schon vorher vergekaut bekommen, was passieren wird:D Mir geht das auch so mit dem anklicken - wenn das Buch gar nichts für mich ist, dann komme ich auch überhaupt nicht auf die Idee, eine Rezi anzuklicken. Vielleicht verpasst man dann ja was, aber vll auch nicht:D

      Liebe Grüße
      Julia

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  2. Ich habe vor kurzem einen ähnlichen Post verfasst und kann dir (leider) nur zustimmen. Ich besuche meist nur Blogs, die in ihren Besprechungen nicht allzu viel verraten, also eher kurze Rezensionen schreiben, oder scrolle bei den längeren Texten bis zum Fazit, um mir die Kurzfassung anzuschauen. Sonst gucke ich mir Rezensionen grundsätzlich auch nur komplett an, wenn ich das Buch bereits kenne und mir nur ein Bild davon machen will, wie es bei einer anderen Person ankam. Das ist zwar nicht der eigentliche Sinn von Besprechungen, aber es verraten mir die meisten Blogger einfach zu viel und so kann man die Meinungen jedenfalls nutzen, um ein nettes Gespräch über Bücher zu starten.

    Ich find' es ziemlich schade, dass Rezensionen am seltestens angeklickt werden, schließlich sollte das eigentlich die Grundsubstanz des Buchblogs sein - so dachte ich jedenfalls immer. Aber wie du bereits sagst, kommen andere Posts grundsätzlich besser an. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass manche Besprechungen fast schon überflüssig sind, beispielsweise dann, wenn ein Buch bereits auf tausend anderen Blogs totbeschrieben wurde oder wenn eigentlich nur der ganze Plot runtergerattert wird. Dann habe ich persönlich auch kein Interesse mehr dran, weiterzulesen.

    Echt schwieriges Thema, gerade für jemanden, der auf seinem Blog hauptsächlich Rezensionen verfasst. Da fühl' ich mich glatt etwas unnötig ^^'

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    1. Ja, ich lese wenn dann auch lieber kurze Rezensionen, obwohl das fast schon ein bisschen schade ist. Außgerechnet die Rezensionen, bei denen mehr Zeit und vielleicht auch mehr Mühe drinsteckt, werden eher nicht gelesen:/ Womit ich nicht sagen möchte, dass in kurzen Rezis keine Mühe drinsteckt:D
      Ich finde, es sollte vielleicht mehr Rezensionen geben, in denen man einfach wirklich sagt, wie man alles fand, und dabei nicht auf Spoiler oder so achtet. Also einfach vorher sagt, dass eine Rezi nur für Leute ist, die das Buch schon gelesen haben, und dann kann man sich richtig darüber auslassen:D Ich glaub, daraus könnten auch ganz gute Gespräche entstehen:)

      Oh man ja, wenn mal ne Sperrfrist vorbei ist zum Beispiel, dann kann man sich auf einiges gefasst machen:D Und selbst wenn man ein begeisterter Rezi-Leser ist, man kann einfach nicht ein Dutzend Rezensionen lesen, in denen im Wesentlichen das Gleiche steht. Ich glaub, da muss man vielleicht auch Blogger finden, auf deren Meinung man besonders vertraut.

      Ach was, unnötig muss man sich da nicht fühlen!:D Zumindest nicht unnötiger als alle anderen auchXD

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  3. Hallo,

    wieder ein interessantes Thema. Ich habe mir auch schon öfter Gedanken dazu gemacht. Ich freue mich natürlich auch wenn meine Rezis gelesen werden und ich will natürlich auch meine Leser informieren, ihnen ein Buch ans Herz legen, oder eben nicht. Aber ich schreibe doch mehr für mich selbst. Zum Beispiel bei Reihen, lese ich immer nochmal nach was ich zum letzten Band geschrieben habe, um wieder up-to-date zu sein, sozusagen (besonders wenn viel Zeit zwischen Banden liegt).
    Selber lese ich eher weniger rezis. Das heißt, ich lese durchaus, bei interessanten Titeln/Covern oder bei von mir gelesenen Büchern usw., dennoch interessieren mich manch andere Themen mehr. Und meistens hinterlässt man auch kein Feedback zu Rezis, was schade ist, denn es kann kein Austausch entstehen. Aber ich denke es ist so: Rezis sind halt der "Alltag" daher nicht so aufregend wie andere Beiträge auf Blogs.

    Wichtig sind die Rezis aber schon, denn wenn man mal etwas wissen will, freut man sich ja wenn man eine Rezi zum Buch findet - vorallem auf den Blogs seines Vertrauens. ;-)

    Viele Grüße
    Twineety

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    1. Ja, das geht mir auch so, dass ich mich freue, wenn meine Rezis gelesen werden, aber irgendwie ist es keine Katastrophe, wenn nicht. Und irgendwie ist es, ich weiß auch nicht, vielleicht ganz gesund, dass auch einfach für sich selbst zu machen. Immerhin ist Bloggen ein Hobby, und ein Hobby macht man ja für sich, und da ist es irgendwie auch wichtig, für sich selbst einen Nutzen draus ziehen zu können.

      Ja, das mit dem "Alltag" stimmt schon, ich glaube, das geht den aller meisten Lesern so. Mir auch. Dass es irgendwie schade ist stimmt leider aber auch:D

      Liebe Grüße
      Julia

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  4. Ich glaube es gab schon öfters mal Diskussionen darüber, ob Rezensionen eigentlich "sinnvoll" sind. Früher als ich noch nicht viel gelesen habe und keinen Blog hatte, habe ich mir zu allen möglichen Büchern Rezensionen durchgelesen, weil ich das voll gerne mochte und wissen wollte, wie die Leute das Buch aufgenommen haben. Mittlerweile kommt es sehr auf das Buch an, ob ich es noch unbedingt lesen möchte. Wenn ja, lese ich mir keine durch, um völlig unvoreingenommen an das Buch ranzugehen, weil ich doch sonst etwas beeinflusst werde. Dagegen kann ich einfach nichts machen. Manchmal aber lese ich ohne große Erwartungen eine Rezension zu einem Buch, das ich überhaupt nicht lesen wollte und möchte es danach unbedingt lesen. Oft scrolle ich aber auch wie du einfach nach unten und lese mir das Fazit durch, weil ich manchmal zu faul bin oder nicht gespoilert werden möchte :)

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    1. Genau das ist der Punkt, den ich irgendwie so spannend finde: Wenn man das Buch selbst noch lesen möchte, dann liest man die Rezension nicht. Und wenn man das Buch nicht lesen will, dann liest man die Rezis manchmal, aber irgendwie auch nicht so wirklich, weil wieso sollte man? Am Ende liest man also fast gar keine.
      Das was du meinst, wenn eine Rezension einen total anspornt, ist aber der bestmögliche Fall:D Ich glaube auch, manchmal machen Rezis einen auf Bücher aufmerksam, die super sind, und die man sonst vll verpasst hätte:)

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  5. Hallo Julia,

    ich bin gerade auf deinem Blog gelandet, hab ein bisschen durchgestöbert und bin gleich mal als Leserin geblieben. xD Du kommst ziemlich sympathisch rüber (weshalb ich mal annehme, dass du ach sympathisch bist :P) und ich mag deinen Schreibstil. ^^ Und deinen Inhalt.

    Zum Post: Ehrlich gesagt schreibe ich ziemlich gerne Rezensionen, aber genau wie dir ist mir aufgefallen, dass sie letztendlich weniger Klicks und Kommentare erhalten, gerade auch die Rezensionen zu den Büchern, die ich eigentlich unglaublich gerne weiter empfehlen würde.
    Aus schlechtem Gewissen lese ich daher auch meist Rezensionen durch, einfach um die Arbeit dahinter zu honorieren.
    Allerdings kenne ich auch genau diesen Wunsch, den du ansprichst: Ein Buch einfach mal unvoreingenommen zu begegnen.
    Gut, wenn ich eine Rezension jetzt vor drei Monaten gelesen habe, werde ich den Inhalt vielleicht nicht mehr so genau kennen - wobei, da gibt es ein paar Ausnahmen -, aber zu Büchern, die ich bald lesen möchte und ins Besondere zu Fortsetzungen von Reihen, die ich bisher geliebt habe, lese ich die Rezensionen eher nicht, einfach, um unvoreingenommen an das Buch heran zu gehen.
    Ansonsten haben mich aber auch schon unheimlich viele Rezensionen überzeugt, bzw. von einem Buch abgeraten, worüber ich in beiden Fällen froh war. Hier spielt vielleicht auch der Vetrauensteil ein, Rezensionen von Bloggern, deren Posts man schon länger liest und von denen man weiß, dass sie nicht spoilern, liest man dann vielleicht schon eher. Oder ich zumindest.
    Auch wenn jede Rezension wie du sagst auch etwas vorwegnimmt, da finde ich es selbst schwer, Grenzen zu setzen zwischen "beurteilen" und "nicht spoilern". Denn zu sagen, dass man das Ende mochte, lenkt schon in eine Richtung der Vermutungen.

    Liebe Grüße
    Dana

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