Freitag, 5. Februar 2016

[Rezension] Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen - Aimee Bender




Preis: 9,99€
Einband: Taschenbuch
Seiten: 320
Reihe?: Einzelband
Rezensionsexemplar?: nein
Erscheinungsdatum: November 2012
Verlag: Berlin Verlag



Inhalt:
Als Rose an einem strahlenden Frühlingstag kurz vor ihrem neunten Geburtstag in ein Stück Zitronenkuchen beißt, den ihre Mutter für sie gebacken hat, muss sie feststellen, dass zwischen den frischen Zitronen, dem Zucker und der Butter eindeutig ein Hauch Traurigkeit liegt. Und plötzlich schmeckt der Marmeladentoast ihres Bruders Joseph seltsam abwesend, das Roastbeef ihres Vaters nach Schuldgefühlen, ein Sandwich nach großer Verliebtheit: Jeder Bissen offenbart mehr, als Rose lieb ist - und erst im Laufe der Jahre lernt sie, mit ihrer Gabe umzugehen.Ein herzzerreißender, komischer Familienroman, der uns die Frage stellt, wie viel wir wirklich von unseren Liebsten wissen.
Meine Meinung:
„Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ lag eine halbe Ewigkeit auf meinem SuB, und im Nachhinein finde ich das ziemlich schade, denn ich hätte diese tolle Geschichte auch schon viel früher lesen können, da ist mir echt was entgangen!

In dem Buch geht es um Rose, die in ihrer Kindheit die Gabe entwickelt, aus Essen die Gefühle des jeweiligen Kochs herauszuschmecken. Dabei fokussiert sich die Geschichte aber gar nicht auf diese Fähigkeit, es ist viel eher ein Aufhänger für die Geschichte von Rose‘ Familie. Denn aus dem Essen, das ihre Mutter und vielleicht auch mal ihr Bruder oder Vater macht, schmeckt sie manchmal viel mehr heraus, als ihr eigentlich lieb ist, und erfährt dadurch auch viel über ihre Familie, was sie sonst wohl nie gewusst hätte. Dadurch kriegt man einen ganz besonderen Blick auf eine Familie, in der nicht immer alles ganz rund läuft und vieles unausgesprochen bleibt.

Man begleitet in der Geschichte Rose von ihrer Kindheit an bis in ihre frühen Erwachsenenjahre. Diese Struktur hat meiner Meinung nach sehr gut funktioniert. Man macht einige Zeitsprünge, und an manchen Stellen ist das schonmal verwirrend, aber insgesamt mochte ich es, dass man Rose und ihre Familie länger begleiten kann als nur über ein paar Monate.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr besonders! Und wahrscheinlich auch nicht für jeden etwas. Ich würde ihn vielleicht sogar als etwas unlebendig bezeichnen, aber im besten Sinne. Die Charaktere reden sehr wenig und wenn, dann ist das auch sehr speziell in den Text eingebettet. Das ist wirklich Geschmackssache, ob man mit diesem Stil warm wird, ich mochte ihn sehr, da er auch ziemlich poetisch war.

Meiner Meinung nach ist das ganze Buch Geschmackssache und wird ganz bestimmt nicht jedem gefallen, dafür ist es zu speziell und dafür hat die Autorin auch ein paar zu unkonventionelle Entscheidungen getroffen. Besonders das Ende ist sehr ungewöhnlich, wenn nicht sogar ein wenig verrückt. Ich mochte allerdings sehr gerne, wie die Autorin ihre verrückten Wendungen mit einer ganz normalen Familiengeschichte kombiniert hat und insgesamt hat mir das Buch einfach wirklich gut gefallen!

Fazit:
„Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“ hat mich mit seiner unkonventionellen Art sehr überzeugen können. Wenn man eine besondere Protagonistin über eine längere Zeit begleiten möchte und auch etwas andere Geschichten mag, dann sollte man sich das Buch näher ansehen.

4 von 5 Blättern

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