Freitag, 30. Dezember 2016

[RealTalk] Meine faule Haltung zum Bloggen

Puh, lang lang ist's her seit ich das letzte Mal richtig gebloggt habe. Ich habe es ziemlich vermisst, Posts zu schreiben, aber ich habe mir auch einige Gedanken über das Bloggen gemacht, darum soll es jetzt mal gehen. 

Mir kommt es so vor, dass viele Blogger immer professioneller werden, und das ist toll. Zumindest schonmal für mich, wenn ich diese Blogs lese. Das Design sieht dann immer toll aus, die Posts haben Struktur (und Routine, wie auch immer man dazu steht), man ist gut informiert wenn man den fünften Post zu den kommenden Neuerscheinungen liest und ist bei vielen Lesemonaten schon einmal leicht eingeschüchtert. Vielleicht geht es auch nur mir so, weil ich wie immer zu viel über alles nachdenke. Anyway, worauf ich hinauswill: Viele Leute bloggen mittlerweile mit Struktur und Plan, und das hat sicherlich viele Vorteile.

Eine Zeit lang habe ich das ganze von meiner Quasi-Blogpause aus betrachtet und dachte mir: Boah, das will ich auch! Los los, drei bis vier Posts in der Woche, jeder mit supertollen selbstgemachten Instagram-Bildern und den Link dann auf mindestens 3 sozialen Netzwerken teilen. Yeah, das wird super! Das klingt vielleicht jetzt schon ironisch, dabei ist es gar nicht so gemeint. Ich finde das beeindruckend, manche Blogs sind richtige kleine Kunstwerke, auf denen ich richtig gerne meine Zeit verbringe (obwohl ich das mit dem Kommentieren nochmal üben sollte). Wer mit so viel Disziplin und auch Talent bloggt hat auf jeden Fall schonmal meinen Respekt!

Aber mir ging dann irgendwann auf, dass ich das für mich nicht will, mal ganz davon abgesehen dass ich das auch gar nicht könnte. Meine Bilder sehen aus wie mit einer Kartoffel geschossen und meine Texte müssen oft ohne roten Faden auskommen. Und Disziplin sucht man bei mir sowieso mehr als nur vergeblich. Mein Jahr hatte für mich tolle Höhen und eklig tiefe Tiefen und am Ende blieb dann die Erkenntnis, dass man sich auch mal um sich selbst kümmern muss. Und für mich heißt das, dass ich zumindest meine Freizeit genauso gestalten sollte, wie es mich am glücklichsten macht.
 
Okay wow, das ging jetzt etwas tiefer, als geplant. Aber mein Punkt ist folgender: Ich mag es zu bloggen, ich liebe es über Bücher zu reden und es gibt auch einige andere Themen, über die ich mich gerne auslasse. Und diese Sachen mache ich in erster Linie für mich selbst. Oh man, das wird jetzt schrecklich egoistisch klingen-.- Aber ich schreibe einen Post, weil es MIR Spaß macht, denn es ist MEIN Hobby. Und wenn ich nur alle zwei Monate Lust dazu habe, dann ist das für mich okay, solange ich mich damit wohlfühle. Und vielleicht habe ich mal Zeiten, in denen ich jeden Tag blogge (kaum vorstellbar, aber wer weiß), solange das für mich selbst okay ist, dann geht's mir auch gut damit:D Und wenn ich verwackelte Bilder für meine Posts mache oder mal aus Versehen einen Rechtschreibfeler ähh Fehler mache dann will ich nicht, dass mich das stresst. Das hier ist nicht mein Job, Geld gibt's dafür nicht, es soll Spaß machen. Ein Hobby eben. Ein Hobby, mit dem ich keine Preise gewinnen will, das ich nicht zu Geld machen möchte, das einfach nur ein Rückzugsort sein soll. Und deshalb gestalte ich es zu meinen Bedingungen.

Das ist praktisch meine Erklärung dafür, warum ich teilweise wochenlang nicht blogge: Ich habe manchmal keine Lust, manchmal keine Motivation, und manchmal mangelt es mir an beidem. Und ich möchte mich nicht dafür entschuldigen, kein "Sorry, ich hatte super viel zu tun, ich gelobe Besserung". So wird das hier nicht mehr sein. Wenn kein Post kommt, dann aus freien Stücken, weil ich meine Zeit gerade lieber in andere Sachen investiere. Und wenn es nur Netflix ist, who cares?

Ich habe das Gefühl, dass ich das nochmal klarstellen muss: Ich finde es toll, wenn Leute Arbeit und Fleiß in ihre Blogs investieren, ich bin sicher, dass das die entsprechenden Blogger auch sehr glücklich macht. Ich habe nur mal wieder einen viel zu langen Post für eine einfache Botschaft geschrieben: Das ist nichts für mich. Jedem das Seine. Und wisst ihr, was toll ist? Hat ziemlich viel Spaß gemacht, diesen Post zu schreiben:D

Samstag, 3. Dezember 2016

[Rezension] Irre glücklich - Jenny Lawson





Preis: 16,99€
Einband: broschiert
Seiten: 320
Reihe?: Einzelband
Erscheinungsdatum: Oktober 2016
Verlag: Kailash
Rezensionsexemplar?: ja


Inhalt
Auf ihre unnachahmlich liebenswürdige und verrückte Art beschreibt Jenny Lawson ihren Kampf mit Depressionen und Angststörungen. Indem sie »Ja« zu absurden Möglichkeiten sagt und so alltägliche Momente wundervoll macht, findet sie ihre ganz persönliche Waffe gegen die Krankheit. Ja zu der Liebe zu einem ausgestopften Waschbären, ja zu einer Australienreise, obwohl es sie oft überfordert, auch nur das Haus zu verlassen, ja zu Voodoo-Vaginas, Ponys im Flugzeug und mitternächtlichen Katzenrodeos. In den dunklen Stunden zehrt sie von diesen Erinnerungen – eine Einstellung, die ihr Leben gerettet hat. Mit unendlich viel Humor, Mut und Ehrlichkeit will die Autorin zeigen, dass wir nicht allein sind, und uns die Stärke geben, trotz Depressionen das Leben auszukosten.

Meine Meinung
Was für ein tolles, tolles Buch! Ich bin wirklich schwer begeistert, man könnte sagen, das Buch hat mich irre glücklich gemacht. Dabei würde man das bei der Thematik vielleicht nicht unbedingt annehmen.

Die Autorin und Bloggerin Jenny Lawson erzählt in „Irre glücklich“ Geschichten aus ihrem Leben, manchmal geht es aber auch nur um ihre Gedanken oder kleine Streitereien in ihrer Ehe. Es ist praktisch eine Sammlung von vielen Essays, alle unter der Überschrift „psychische Störungen“, denn die Autorin leidet unter anderem an Depressionen und einer Angststörung. Trotzdem hat sie eine fantastische Lebenseinstellung, sie will „irre glücklich“ sein, in den Momenten, in denen die Krankheiten nicht dominieren. Aus diesen Momenten will sie alles rausholen. Und, wie sie sagt, ist „verrückt sein“ manchmal auch genau das Richtige.

Dieses Buch ist vielleicht das witzigste, das ich jemals gelesen habe. Denn Jenny Lawson lebt ihr „verrückt sein“ richtig aus. Und wie! Und davon zu lesen ist einfach fantastisch! Von ihren ausgestopften Waschbären oder den kreativsten Katzennamen oder ihrer Reise nach Australien, natürlich unmöglich ohne Känguru-Kostüm! Für mich gab es in jedem Kapitel etwas zu lachen.
Gleichzeitig ist es an manchen Stellen auch sehr berührend. Wenn es um ihre Krankheiten geht und darum, wie diese sich äußern. Das hat mir dann teilweise durchaus auch die Tränen in die Augen getrieben.

In dem Buch geht es nicht um eine fortlaufende Geschichte (man wird schon im Vorwort darauf hingewiesen, dass man keinen roten Faden erwarten sollte). Es ist einfach so, als ob die Autorin ihre Gedanken für uns aufgeschrieben hätte. Und in diesem Fall reicht das auch schon für ein ganz besonderes und wundervolles Buch, das einen zum Lachen bringt und einen tief berührt. Für mich ist es definitiv eines meiner Jahreshighlights!

Fazit
„Irre glücklich“ hat mich beim Lesen ganz einfach irre glücklich gemacht. Es ist unheimlich witzig und kreativ und gibt dennoch einen guten Einblick in das Leben mit psychischen Störungen. Für mich ist das Buch ein absolutes Highlight!

5 von 5 Blättern

Donnerstag, 1. Dezember 2016

[Rezension] An Abundance of Katherines - John Green





Preis: 8,99€
Einband: Taschenbuch
Seiten: 272
Reihe?: Einzelband
Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Verlag: Penguin Random House
Rezensionsexemplar?: nein



Inhalt
When it comes to relationships, Colin Singleton’s type is girls named Katherine. And when it comes to girls named Katherine, Colin is always getting dumped. Nineteen times, to be exact. On a road trip miles from home, this anagram-happy, washed-up child prodigy has ten thousand dollars in his pocket, a bloodthirsty feral hog on his trail, and an overweight, Judge Judy–loving best friend riding shotgun—but no Katherines. Colin is on a mission to prove The Theorem of Underlying Katherine Predictability, which he hopes will predict the future of any relationship, avenge Dumpees everywhere, and finally win him the girl. 

Meine Meinung
Mit diesem Buch habe ich endlich mein Vorhaben umgesetzt, alle John Green Bücher zu lesen. Und sich sowas vorzunehmen war auf jeden Fall eine gute Entscheidung, denn ich mochte alle Bücher des Autors und kann sie alle empfehlen. So auch „An Abundance of Katherines“ oder im Deutschen „Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen“. 

Meiner Meinung nach hat dieses Buch den typischen John Green-Stil: Tolle Charaktere, die aber alle gefühlt viel zu schlau sind, einen großartigen Schreibstil mit tollen Metaphern und eine Geschichte, in der viel passiert, während eigentlich gar nichts passiert. Und ich LIEBE diese Mischung! Generell gilt für mich: Wer ein John Green-Buch mochte, wird wahrscheinlich auch die anderen mögen (wobei TFIOS da eine Ausnahme ist, denn dieses Buch mag irgendwie jeder). 

Ich denke allerdings, dass man schon wirklich offen sein sollte für die Geschichte (und eben John Greens Stil), um „An Abundance of Katherines“ genießen zu können. Denn das Buch ist zwar kurz, hat aber dennoch ein paar Längen. Und es hat Mathe (ja echt, mit Formeln und Graphen und so). Und der Protagonist ist vielleicht ein bisschen weinerlich. Aber was sind Dinge, die das Buch auch hat? Eine tolle Darstellung von Freundschaft! Und von Heimatverbundenheit. Und von Zukunftsängsten. Und Charaktere, mit denen man mehr Zeit verbringen möchte, als man kann. Und, wie vielleicht schon deutlich geworden ist, John Greens Schreibstil!

Also ja, alles in allem kann ich „An Abundance of Katherines“ auf jeden Fall empfehlen. Obwohl es vielleicht nicht das erste Buch ist, das man von John Green lesen sollte. Aber sie sind alle toll, also was macht das schon für einen Unterschied?;)

Fazit
So wie jedes John Green Buch fand ich auch dieses hier super. Ich empfehle euch einfach all seine Bücher;) Dieses hier im speziellen aber wegen dem tollen Schreibstil, der tollen Freundschaft und vielleicht auch wegen Mathe;)
4,5 von 5 Blättern