Sonntag, 2. April 2017

[Rezension] Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry - Rachel Joyce




Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
Einband: Hardcover
Seiten: 400
Reihe?: Teil 2 von 2
Erscheinungsdatum: Oktober 2014
Verlag: Fischer Krüger
Rezensionsexemplar?: nein


Inhalt

Queenie ist die Frau, die rückwärts singen kann. Harold ist der Mann, der allein mit seinem Schatten im Schnee tanzt. Queenie und Harold sind erst Kollegen, dann Freunde, dann … geschieht ein schreckliches Unglück, und Queenie geht für immer.
Als Harold viele Jahre später ihren Abschiedsbrief erhält, macht er sich auf den Weg zu ihr. Und Queenie erkennt, dass sie ihm endlich die Wahrheit gestehen muss.

Meine Meinung

Da ich letzten Sommer „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ gelesen und sehr genossen habe, wollte ich auch den Nachfolger, „Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry“ unbedingt lesen. Diese zweite Geschichte ist aus der Sicht von Queenie geschrieben, der Frau, zu der Harold durch England läuft. Und Queenie hat durchaus auch noch einiges zu erzählen!

Quennie schreibt in diesem Buch in dem Hospiz, in dem sie auf Harold wartet, einen Brief an ihn, in dem sie ihm ihre Sicht der Vergangenheit schildert und auch einige Dinge eingesteht, die wirklich überraschend sind. Ich wünschte, ich hätte das Buch direkt nach dem Vorgänger gelesen, denn davon profitiert man hier wahrscheinlich sehr. Es gibt sehr viele Anspielungen, und mit manchen konnte ich leider nichts mehr anfangen.

Generell habe ich sehr lange gebraucht, bis ich emotional eingebunden war. Das war schade, denn so ist ein großer Teil der Geschichte einfach an mir vorbeigezogen. Irgendwann gab es dann aber doch einen Punkt, ab dem ich emotional berührt war und die Geschichte mich sowohl manchmal zum Lächeln als auch zum betroffen sein gebracht hat.

Es hat mich ziemlich ausgebremst, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt ist. Queenie erinnert sich an ihre Vergangenheit und macht dabei immer und immer wieder Zeitsprünge. Dass sie zwischen ihrer aktuellen Situation und der Vergangenheit wechselt, fand ich sehr angenehm, aber wenn sie über ihre Vergangenheit berichtet, weiß man oft nicht, wie man das zeitlich einordnen kann. Das war oft verwirrend und ich hatte das Gefühl, mir hätte die ganze Geschichte besser gefallen, wenn hier etwas mehr Ordnung geherrscht hätte.

Insgesamt war das Buch sehr angenehm zu lesen, ich mochte den Schreibstil und besonders die Charaktere, die alle sehr einzigartig waren. Das Buch wirft auch mal ein Licht darauf, wie das Leben noch in vollen Zügen weitergehen kann, selbst wenn man praktisch auf den Tod wartet (auch wenn das nur ein Randthema ist). Doch an manchen Stellen fand ich es leider zu vorhersehbar und wirr und die Geschichte wäre auch gut mit 50 Seiten weniger ausgekommen.

Fazit

„Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry“ ist ein guter Nachfolger des großen Bestsellers und ist für Fans des ersten Teils bestimmt eine tolle Lektüre, die sehr viel Neues zu bieten hat. Mich konnte das Buch nicht komplett überzeugen, obwohl ich es stellenweise auch sehr genossen habe.
3,5 von 5 Blättern

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